Interview mit Juno-Mitarbeiterin Laura Zimmer

Seit wann bist du bei JUNO?

Ich bin seit Anfang 2017 bei JUNO. Davor habe ich als Sozialpädagogin in der Jugendhilfe gearbeitet. Zurzeit studiere ich an der Hochschule für Philosophie in München im Masterlehrgang Persönlichkeitsbildung im interkulturellen Kontext.

 

Laura Zimmer

Was gehört zu deinen Aufgaben?

Ich habe viel direkten Kontakt zu den Mädchen und Frauen bei JUNO und begleite sie zu Ämtern und Behörden. Die Aufgaben ergeben sich aus den jeweiligen Situationen der geflüchteten Frauen. Im Café JUNO, bei den Treffen am Dienstagabend und den Ausflügen zum Beispiel zum Starnberger See organisiere und helfe ich immer mit.

„An einem Abend saß sie bei uns und hat in einem besonderen Moment gelächelt.“

Was bedeutet JUNO für dich?

JUNO ist eine offene Begegnungsstätte für Frauen. Bei uns herrscht eine familiäre Stimmung. Frauen unterschiedlicher Hautfarbe und Herkunft auf Augenhöhe zu begegnen finde ich sehr spannend. Die Frauen werden so wie sie sind bei uns wertgeschätzt. Das merken sie und geben uns viel Energie zurück.

Dein schönster Moment bei JUNO?

Ich erinnere mich an eine stark traumatisierte Frau aus Syrien. An einem Abend saß sie bei uns und hat in einem besonderen Moment gelächelt. Für kurze Zeit vergaß sie ihre Sorgen. Das war ergreifend. Das passiert oft, wenn die Frauen bei unseren Treffen tanzen. Sie bewegen sich spontan, frei und körperbetont. Sie legen ihre Tücher ab. Das hat auch mit Emanzipation zu tun. Wir begegnen bei JUNO vielen Frauen, die bei uns erst merken wie stark sie sind.

Was wünscht du dir für die Zukunft?

Ich wünsche mir, dass keine Frauen und Kinder nach Afghanistan abgeschoben werden. Es sollte auch leichter sein, eine Wohnung in München zu finden. Ich wünsche mir weniger Bürokratie und Politiker, die verstehen, dass Meinungsmache und politische Entscheidungen die geflüchteten Frauen direkt und persönlich in ihren Lebenssituationen betreffen.