Interview mit Juno-Mitarbeiterin Claudia Hinz

Seit wann bist du bei JUNO?

Ich bin von Anfang an dabei. Zuvor habe ich in Wien als Produktionsleiterin am Theater gearbeitet. Danach habe ich mein eigenes Projekt vorangetrieben und über ein Online-Portal selbstentworfene Kinderkleidung verkauft. Den Kontakt zu JUNO fand ich über ein Seminar für Frauen zum Wiedereinstieg in den Beruf.

 

Claudia Hinz

Was gehört zu deinen Aufgaben?

Ich kümmere mich um die Themen Praktikum und Beruf. Die jungen Frauen, die zu uns kommen, besuchen meist noch die Berufsschule. Die Aufgaben ändern sich immer auch entsprechend der Bedürfnisse der geflüchteten Frauen. Da sind wir sehr flexibel und erledigen so die dringenden Aufgaben.

 

“ Die Frauen wollen kreativ sein, gemeinsam kochen und eben auch über ihre Probleme sprechen.“

Was bedeutet JUNO für dich?

Die römische Göttin JUNO steht für Frauenpower. Die Vorstellung von Junos Tempel als Schutzort für Frauen gab mir die Idee zum Namen für die Münchner Fraueninitiative.  JUNO ist ein offenes Forum für geflüchtete Frauen in München. Wir begegnen täglich wunderbaren Frauen und Mädchen und bieten eine Umgebung, in der sie ohne Druck und offizielle Anforderungen ausgelassen sein und lachen können. Die Frauen wollen kreativ sein, gemeinsam kochen und eben auch über ihre Probleme sprechen.  Es ist schön zu sehen, wie schnell sie auftauen. Wir fühlen uns wie eine Familie.

Dein schönster Moment bei JUNO?

Nicht alle Frauen kommen regelmäßig. Mal kommen sie zu uns, mal nicht. Aber wenn wir es schaffen, dass ein junges Mädchen in Ausbildung in München bleiben darf und nicht abgeschoben wird. Denn eine junge Frau alleine in Afghanistan ist einfach nicht sicher. Dann ist das ein toller Moment für uns. Ein anderes Mädchen hat hier ein Baby bekommen. Die Frauen wachsen uns ans Herz. Diese Momente bestärken und motivieren uns in unserer Arbeit.

Was wünscht du dir für die Zukunft?

Ich wünsche mir, dass das Interesse der geflüchteten Frauen bestehen bleibt, zu uns zu kommen. Dass sie weiter bei uns den geschützten Raum nutzen, sich ungezwungen entfalten und die Alltagssorgen vergessen.