Interview mit Geschäftsführerin Britta Coy

Seit wann bist du bei JUNO?

Seit 2016. Der Verein für Fraueninteressen hatte mich damals gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, ein Projekt für Flüchtlingsfrauen zu entwickeln. Eigentlich bin ich Geographin und war davor auf internationaler Ebene im Umweltschutz und fairen Handel tätig.

Was gehört zu deinen Aufgaben?

Ich trage die Gesamtverantwortung für JUNO. Dazu gehören die Projektentwicklung, Fördergelder aufzutreiben, Netzwerken, politische Öffentlichkeitsarbeit und neue Ideen zu entwickeln.

Britta Coy, Geschäftsführerin JUNO

Was bedeutet JUNO für dich?

JUNO – die starke, erwachte, die Beschützerin der Frauen, die sich nichts gefallen lässt. Die Mythologie des Namens spricht für sich. JUNO hilft den Frauen ihr eigenes Leben aufzubauen, ihre Kraft zu entdecken. Gemeinsam mit einheimischen Frauen erweitern wir täglich unseren Horizont, lernen voneinader, wachsen an neuen Herausforderungen und Eindrücken.

„Die Frauen sind wie wir, sprechen nur eine andere Sprache, wollen aber dasselbe.“

Dein schönster Moment bei JUNO?

Zu viele für zwei Sätze: der Ausbildungsplatz, der vor 2 Jahren noch unerreichbar schien, die strahlenden Gesichter bei unseren offenen Abenden, die neuen Freundschaften.

Was sind die großen Herausforderungen bei JUNO?

Zum einen die politischen Rahmenbedingungen. Besonders die Bereiche Ausbildung, Arbeitserlaubnis etc. sollten dringend reformiert werden. Auch das Aufbauschen des Flüchtlingsthemas, um damit von anderen wirklich drängenden gesellschaftlichen Problemen abzulenken ist ärgerlich. Aber auch unsere Abhängigkeit von Drittmitteln der öffentlichen Hand. Da uns bisher ein toller Mäzen oder eine zündende Idee fehlt, wie wir eigenwirtschaflich tätig werden können, ist unsere Zukunft vom Wohlwollen der öffentlichen Hand abhängig. Damit ist ein langfristige Planung sehr schwierig.

Was wünscht du dir für die Zukunft?

Dass wir uns so weiter entwickeln. Bis jetzt ging es immer bergauf, wir haben nur positive Erfahrungen auf allen Ebenen gemacht. Ich hoffe, dass wir unsere Leichtigkeit behalten, unsere Offenheit, unsere Spontanität. Es ist einfach so schön, die Herzlichkeit  der Frauen zu erleben, die wir zurückkriegen. Berührungsängste sind völlig unbegründet. Die Frauen sind wie wir, sprechen nur eine andere Sprache, wollen aber dasselbe: in Frieden leben, arbeiten, eine Chance haben. Oft die erste in ihrem Leben.